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Hamburg ist SLAMburg - weltweit größter Slam

24. Oktober 2011

Am vergangenen Wochenende war es soweit: In der o2 World zu Hamburg stieg das große Finale der SLAM Meisterschaft 2011. Die besten Slammer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz waren angereist um ihr Können unter Beweis zu stellen. AUTONA war beim Finale für euch vor Ort und stellt euch im Nachfolgenden die Highlights der dreieinhalb Stündigen Veranstaltung vor.
Bereits in der Woche vor dem großen Finale fanden in den besten Locations der Stadt die Vorrunden der Meisterschaft statt: Das Schauspielhaus, Molotow, Übel & Gefährlich oder auch das Kulturhaus 73 wurden Schauplatz junger Literaten bewaffnet mit einem Haufen Texte über das Leben, die Liebe oder auch einfach über Gesichtshygiene. Moderator Michel Abdollahi führte charmant durch den Abend. Im Einzelfinale standen insgesamt 8 Poeten auf der Bühne. Unter ihnen auch der U20 Titelverteidiger Laurin Buser aus Basel, welcher mit seinem Text „Vergiss‘ die Wut nicht“ auf ganzer Linie überzeugter. Seine Jugend war krass, aber sie hatten Ideale. Mit gekonntem Charme spielte der junge Poet mit deutsch-schweizerischen Vorurteilen und rechnete gnadenlos ab. Einer der stärksten Gegner war vermutlich Titelverteidiger des Jahres 2010, Patrick Salmen. Sein Text „Euphorie. Euphorie“ getränkt in Ironie entpuppte sich in eine große Tirade gewürzt mit einer ordentlichen Portion Menschenhass, Vorurteilen und Engstirnigkeit. „Wohin mit all diesen kreativen Menschen“, Salmen vereinte gesellschaftliche Missstände mit aktuellen Hipster-Trends, welche er wunderbar durch den Kakao zog. Herrlich schwarzer Humor, die Zuschauer lagen in Tränen. Am Ende konnte dann doch Nektarios Vlachopoulos das Einzelfinale für sich gewinnen. Mit seinem Text, der einer komplett durchdachten Twilight-Parodie glich, konnte er im Stechen schlussendlich mehr Punkte der Jury einheimsen als sein Wettbewerber Patrick Salmen.
Nach einer kurzen Pause folgte das Finale des Teamwettbewerbs. Persönliches Highlight war das Team „LMBN“ bestehend aus Sulaiman Masomi, Andy Strauß, Sebastian 23 und Mischa-Sarim Vérollet mit ihrem Text „Wahnsinn“. Alle vier Poeten schienen allerhand psychische Schwächen aufzuweisen. Andy Strauß tat sich hier bei besonders heraus. Durch seine außergewöhnliche Sprechweise wirkte er am authentischsten. Wahnwitz komprimiert in 5 Minuten. Gewinner des Teamwettbewerbs waren dann aber das Team „Totale Zerstörung“ bestehend aus Julius Fischer und André Herrmann, die mit ihrem Kunst-Rap die knapp 4000 Zuschauer in der o2 World begeisterten. Sage und schreibe 49,4 Punkte konnten die beiden jungen Literaten für sich gewinnen. Wohl gemerkt war dies die höchste Punktwertung die an diesem Abend erreicht wurde.
Insgesamt besuchten über 12.000 Menschen das Festival und das Finale. Eine beachtliche Zahl. Nächstes Jahr ist Heidelberg Gastgeber der Slam Meisterschaft.



Schaut euch die komplette Übertragung des Finales auf ARTE an.
SLAM2011
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report by patrick janssen