Es lärmt bei Van Pierszalowski – wer hätte das gedacht nach den meist akustisch eingefärbten Songs seiner ersten Combo PORT O’BRIEN. Nach dem selbst verordneten Aus der sich langsam in die erste Liga spielenden PORT O’BRIEN samt anschließender Auszeit in Norwegen kommt Pierszalowski nun zurück, und zwar mächtig. Zusammen mit seinen Sidekicks aus seiner neuen Heimat gibt er alles, um das erste WATERS-Album gerade nicht nach PORT O’BRIEN klingen zu lassen. Der Opener „For The One“ klingt dermaßen nach 90er Alternative-Rock, als hätte es die letzte Dekade nicht gegeben – dabei werden direkt die Amps aufgedreht, um Melodie und Lärm wie damals DINOSAUR JR. zu versöhnen. „Holy Break Of Day“ entpuppt sich danach als seltsamer Zwitter aus Hymne und heftigem Schrammel-Garagenrock – intensiv und voller Breaks, während der Titelsong im Anschluss mit großartiger Melodie eher zurückhaltend interpretiert wird. WATERS können noch mehr: catchy kurzknackiger Powerpop in „Back To You“, Balladeskes und noch am ehesten an alte Songs erinnerndes wie in „Ones You Had Before“, AOR-Anklänge wie in „Abridge My Love“, Westcoast-sunshine wie in „Mickey Mantle“. Insgesamt hat sich Van aber der größeren Lautstärke und dem guten alten Indierock verpflichtet, aufgerundet mit seinem bekannten feinen Gespür für sehr einprägsame Melodien – das wunderbare „Take Me Out To The Coast“ dürfte exemplarisch dafür stehen. Zusammen mit seiner einprägsamen Stimme ergibt das eine Reihe toller Songs ohne spürbare Filler - WATERS sollte für sehr viele „Daumen hoch“ bei Alternative-Rock-Hörern sorgen.
Anspieltipps: Holy Break Of Day, Take Me Out To The Coast
review by martin hannig



