KRUK - It Will Not Come Back (Metal Mind Productions)
Nach einem kurzen Intro (mit Urwaldgeräuschen?) gibt’s gleich im ersten Song „Not When You Cry“ kräftigen 70er-Jahre-basierten Hardrock – KRUK aus Polen sind einer der Bands, die eine Verbindung zur glorreichen Geschichte des harten Rocks herstellen wollen und damit glücklicherweise nicht auf die Schnauze fallen. Sofort überzeugt der David-Coverdale-ähnliche Gesang von Grzegorz Kupczyk – wie der Genannte eine genialer Shouter mit viel Gefühl in der Stimme. Die Hammond schafft das bekannte Jon-Lord-DEEP PURPLE/WHITESNAKE-Umfeld, in dem man sich als Fan dieser Bands sofort wohlfühlt. Und schon im 2. Song „In Reverie“ schallt eine bekannte Stimme als Gastsänger aus den Boxen: ist das nicht Dougie White, früher RAINBOW, jetzt TANK-Vocalist? Na klar – und der Song könnte – nach etwas lahmen Auftakt – doch glatt von einem RAINBOW-Werk der mittleren Phase stammen. Toll wie die beiden Stimmen von Dougie und Grzegorz hier harmonieren!
Das 3. Album von KRUK (das zweite mit eigenen Songs, „Memories“ damals war ein Coveralbum mit der schrägen Idee „Stairway To Heaven“ zu covern – eigentlich ein No Go) – das 3. Album darf also hier gelobt werden: für sein einfallsreiches Retro-style-Classic-Hardrock-Songwriting, das mit vielen Instrumentalparts zu Songs jenseits der 5-Minuten-Grenze führt, für großartigen Gesang, und überzeugende Leistungen an Hammond/Keyboards (besonders geil in „Imagination“) und Gitarre. Bei so manchem Song-Intro meint man doch tatsächlich, DEEP PURPLE Mark II wären wiederauferstanden. Das TINA TURNER-Cover „Simply The Best“ – als Bonus-Track ausgewiesen – bestätigt die Annahme, dass das eh schon immer der beste TURNER-Song war. Und in der KRUK-Edition gewinnt der Song noch ungemein, seine hymnischen Qualitäten kommen voll zu Geltung. Nur die Produktion bzw. der Mix des Albums lässt leider stellenweise zu Wünschen übrig: das Ganze klingt dann etwas „matschig“, die Instrumente verschmelzen mir zu sehr. Dieser nebensächliche Aspekt sollte dem geneigten Fan des Classic-Rocks aber nicht hindern, hier reinzuhören! Das Album erscheint übrigens mit beiliegender Live-DVD. Nicht zu vergessen das tolle, aufwändige CD-Booklet - value for money!
Beste Songs: die 7-Minuten-Hammerballade „Forever“ (was für Vocals!), und „Now When You Cry“.
(4/5) Martin Hannig



