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Peter Wolf – Brandwolf, Knaggs Guitars...

03. Juni 2011

Ein erfolgreicher Werdegang im Namen der Musik... im Namen der Gitarre und der Qualität. Der Lebens- bzw. Geschäftsweg beinhaltet einen Pioniergeist, den sich der mittlerweile in den USA lebende Peter Wolf bis heute erhalten hat. Er war Mitinhaber des Prosound Music Centers in Koblenz, Inhaber und Gründer von PRS Germany (Paul Reed Smith Gitarren), später International Sales Manager und Director of Global Sales & Marketing bei PRS Guitars, um dann der Wirtschaftskrise zum Trotz mit seiner Firma Brandwolf Consulting und als Mitgründer von der Gitarrenbau-Company Knaggs Guitars die Selbstständigkeit zu suchen und sich neuen Herausforderungen zu stellen. Es gibt wohl kaum einen namhaften Gitarristen, den er nicht persönlich kennt und mit dem Know How und der Offenheit gegenüber dem Musikernachwuchs wird nun ein weiteres Stück Musikgeschichte geschrieben.

Autona: Du hast vor einiger Zeit deine eigene Firma BRANDWOLF gegründet.
Worin liegt der Fokus deiner Company und was ist das Schönste daran,
selbstständig zu arbeiten?

 

Peter Wolf: Der Fokus ist talentierte Menschen zu ‘entdecken’ und ihnen zu helfen mit den jeweiligen Meinungsmachern in der Branche zu ‘connecten’… in unserem Fall ist das die Musik-Industrie, also Hersteller von Musikinstrumenten aber auch Musiker, Bands, Managements und alles, was sonst so dazu gehört. Das Schönste daran selbstständig zu sein ist, dass Du Entscheidungen selbst treffen kannst und Dir niemand reinredet. Es ist aber wichtig ständig zu hinterfragen und sich Rat einzuholen bei Leuten, denen man vertrauen kann und die wissen, wovon sie sprechen.

 

Autona: Kannst du uns noch etwas zu Knaggs Guitars erzählen?

P.W.: Da könnte ich eine Menge erzählen , haha… Joe Knaggs und ich sind jetzt 18 Monate mit einem kleinen aber feinen Team am Start und es war eine sehr interessante Zeit, auf allen Ebenen.  Es ist sicherlich nicht einfach, eine neue Firma zu starten mitten in der größten Rezession seit der großen Depression in den USA. 

Wir haben es aber trotzdem ganz ordentlich hingekriegt, denke ich, und sind auf einem guten Weg. Wir bauen im Moment ca. 25 Instrumente im Monat. Ich könnte sicherlich das 10-fache verkaufen aber High-End-Gitarrenbau ist ein hartes Stück Arbeit und dauert seine Zeit. Unsere Instrumente sind wirklich sehr gut und wir kriegen bisher nur positives Feedback und eine Menge Presse sowohl in Europa, als auch in Japan und den USA.  Mittlerweile klopfen auch viele berühmte Namen an unsere Tür – viele wollen natürlich eine Klampfe umsonst, so ist das in dem Geschäft – aber das machen wir nicht.  Wer eine Knaggs Gitarre haben möchte, muss sie kaufen.  Mein Opa hat immer gesagt: Umsonst ist nur der Tod ... und selbst der kostet das Leben.  Autona: Organisierst Du auch den Vertrieb außerhalb der USA? P.W.: Ja, ich mache alles was mit Kommunikation, Marketing, Branding, Web, Social Media, Händlern, Vertrieben, Endkunden, Artist Relations und Medien zu tun hat, weltweit.

 

Autona: Sucht Knaggs auch Nachwuchskünstler für Endorsement-Verträge?
 
P.W.: Wir sind immer daran interessiert, mit jüngeren Leuten zu arbeiten und einen guten Mix an Erfahrung/Namen und aufstrebenden Talenten zu haben… es kommt immer auf den Einzelfall an. Endorsements wie sie sonst in der Branche üblich sind (ich gebe Dir ein paar Klampfen umsonst und Du sagst, es sind die besten), das machen wir nicht.

Autona: Du hast selbst einige CDs aufgenommen, arbeitest du zurzeit auch an
einem neuen Album?
 
P.W.: Ich habe zwar in der letzten Zeit an einigen Stücken gearbeitet und auch einige Demos aufgenommen, aber für so richtig amtliche Sessions hatte ich einfach keine Zeit.  Ich würde gerne mal wieder mehr live spielen und etwas Krach machen, das fehlt mir doch schon sehr… in den USA gibt es zwar unglaublich viele gute Musiker, aber die machen alle 10 Sachen gleichzeitig und darunter leidet dann der Fokus.

 

Autona: Im Musikbusiness gibt es sicherlich kaum noch etwas, was du noch
nicht erlebt hast. Gibt es noch einen Gitarristen, mit dem du noch nicht gejamt hast und mit wem du gerne eine Session spielen würdest?

 

P.W.: Da gibt es sicherlich hunderte, haha… im Moment hätte ich große Lust, mal mit Keith Urban und Dann Huff zusammenzuarbeiten… sowohl was spielen aber auch was schreiben und produzieren angeht. Ich werde vielleicht demnächst mit Pablo Olivares einige Songs in Nashville aufnehmen, für sein neues Album. Da gibt es sicherlich noch einige andere Kandidaten. Schau’n ma mal. wie der Kaiser immer sagt.

Autona: Hast du zurzeit einige aktuelle Lieblingsalben; also keine Classics, sondern Veröffentlichungen von Newcomern?P.W.: Ich habe in der letzten Zeit relative wenig Musik gehört. Ich habe Phasen, in denen ich wenig höre und dann wieder ganz viel. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Album gekauft habe, das muss Jahre her sein. Autona: Du warst ja auf der Musikmesse in Frankfurt. Wie ist es, wenn man als Deutsch-Amerikaner mal wieder in Deutschland ist? P.W.: Frankfurt ist immer gut… so eine Art ‘gathering of the tribe’… da trifft man dann viele alte Freunde und Geschäftspartner aus der ganzen Welt... und natürlich Familie. Menschen, die man nur ein oder zweimal im Jahr sieht und auf die man sich immer freut.  Das ist schön. Leider geht das alles immer viel zu schnell vorbei, aber wir leben nun mal in einer ‘schnellen’ Zeit und die ‘pace’ nimmt täglich zu.

 

 

interview by Dennis Rowehl (Mai 2011)

 

Weitere Infos:
Brandwolf

Knaggs Guitars
Peter Wolf bei Reverbnation