Dass die RHCP eine der größeren Rockbands seit mehr als 20 Jahren sind, ist wohl unbestritten; wenn man auf die Vielzahl an erfolgreichen Singles zurückblickt, könnte aber auch Kritik angebracht sein, dergestalt, dass die RHCP an Originalität seit der "Blood Sugar" eingebüßt haben und dass sie zu mainstreamig und berechenbar geworden seien ... meiner Meinung nach ist diese Kritik angesichts seichter Alben wie "Californication" und der zweiten CD des "Stadium Arcadium"- Doppelalbums durchaus angebracht und man wird das Gefühl nicht los, die Jungs könnten tatsächlich satt sein. Um so gespannter war ich auf das neue Album. Wer hätte es gedacht?
Die RHCPeppers zeigen sich tatsächlich innovativer und experimentierfreundlicher! "Monarchy of Roses" überrascht mit einem Disco-Bass, so wie man ihn bei "I was made for loving you" von KISS kennt, gepaart mit harten Gitarrenparts: Eine echt cool treibende Nummer und ein gelungener Opener. "Factory of Faith" offenbart anschließend einen typisch britischen Stil mit New Wave-Tendenzen, wobei der Song durch den trockenen Sound einen besonderen Esprit bekommt. Ach ja, produziert wurden die Peppers auch diesmal wieder von Rick Rubin - der Sound lässt also erneut keine Wünsche offen! Nach der ersten Ballade, "Brendan's Death Song", folgt "Ethiopia" im 7/8-tel-Takt, eine Mischung aus Funk und Reggae.
Insgesamt wirkt "I'm with you" irgendwie frischer als die letzten Alben. Auch der trockene Sound verleiht dem Ganzen einen authentischen Touch. Außerdem enthält das neue Album diverse tanzbare Nummern wie z.B. "Look around", "Dance Dance Dance" und die Off-Beat-Nummer "Did I let you know". Bei "Goodbuy Hooray" finden die RHCP sogar zu alter Power zurück und liefern mit "Even you Brutus" dann auch noch einen völlig untypischen Song im britischen Sound der 70er ab. Fazit: Ich bin positiv überrascht, die Peppers legen den großen Hang zur Ballade ab und grooven sich zur alten Stärke zurück. Meiner Meinung nach das beste Chili Peppers-Album seit langem. (4,5/5)
review by dennis rowehl



