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Lita Ford
Immer noch sexy, aber viel cooler!
Nach 15 Jahren starteten Lita Ford und Ehemann und Bandkollege Jim Gillette ein großes Comeback mit dem aktullen Album „Wicked Wonderland“ und überraschten die Musikpresse mit dem Unerwarteten. Mittlerweile auf einer karibischen Insel lebend genießt Lita die Ruhe der Familie und erschafte einen Ort der Insprationen. Exklusivinterview mit Lita Ford, dem ersten weiblichen Sex Symbol der Metal/Rock-Szene und ihrem Mann Jim über das Comeback, Familie und die Vereinigten Staaten.
Autona: Es gibt eine Menge Revivals von 80er-Hard Rock Bands, aber die meisten versuchen so wie früher zu klingen um die guten, alten Zeiten zu zelebrieren. Du bist da einen Schritt weiter gegangen und hast etwas Neues geschaffen. Man erwartete Lieder wie „Kiss me deadly“, woher kam die neue Richtung?
Lita: Woher die neue Richtung? Nun, Ich hatte keine Lust, das zu machen, was ich schon gemacht hatte. Es ist Zeit für Veränderungen, eine neue Zeit, eine neue Generation. Und das neue Album ist härter und sexier.
Autona: Was steckt hinter dem Titel „Wicked wonderland“?
Lita: Es geht um das Leben, was uns bewegt. Freude, Schmerz, Liebe Hass, das Leben und seltsame Dinge.
Autona: Mir gefällt das Artwork und du siehst auf den Bildern jünger denn je aus. Wer ist für die Gestaltung verantwortlich?
Lita: Danke! Das Artwork stammt von Piggy D. Jeder Song hat auf dem Inlet sein eigenes Bild. Wir wollten ein auwändiges Booklet, damit man auch viel zu sehen bekommt und wir sind stolz auf das Ergebnis.
Autona: Warum hast du damals L.A. verlassen?
Lita: Das ist ja schon eine Weile her, aber der Anlass war meine Schwangerschaft. Ich wollte nicht, dass meine Kinder in Los Angeles aufwachsen. Erst versuchten wir es mit Florida, aber es gefiel uns nicht, bis es uns auf eine karibische Insel in die Einsamkeit verschlagen hat. Es ist einfach fantastisch. Die Jungs (8 und 12) können fischen, niemand regt sich auf, wenn man mal Krach macht. Wir bauen selbst auch Gemüse an und machen hier unser Familiending.
Autona: Klingt wie im Paradies.
Lita: Das ist es!
Autona: Du hast einen Song namens „Patriotic Son of a bitch!“ Geht es um Krieg?
Jim: Nein, um Krieg geht es eigentlich nicht, sondern um die USA und die Redefreiheit. Jeder glaubt, wir hätten die uneingeschränkte Freiheit auf Meinungsäußerung, aber sobald man z. B. die Wörter „Shit“ oder „Fuck“ in den Mund nimmt, hört man nur ein Peeeep. Ich meine, die Idee von vereinigten Staaten, Freiheit, Gerechtigkeit für alle ist wunderbar, doch die Realität sieht leider anders aus. Es gibt so viele merkwürdige Dinge. Wenn man zum Beispiel auf legalem Weg in die USA reisen oder einwandern möchte, wird man beinahe wie ein Verbrecher behandelt, wenn man allerdings versucht, sich auf illegalem Weg einzuschmuggeln, bekommt man vom Staat auch noch Geld und die beste medizinische Versorgung. Wenn das nicht paradox ist! Also, wenn du irgendwann mal vorhaben solltest, in die USA einzuwandern, dann komm am besten mit einem Holzboot und du bist willkommen. Seit George W. Bush hat sich Amerika noch verschlechtert, er hat viele Freiheiten beschnitten ....
Autona: Der Patriot Act ..
Jim: Ganz genau, das ist ein Beispiel.
Autona: Hat sich die Situation mit dem neuen Präsidenten verbessert?
Jim: Nö, nicht wirklich.
Autona: Lita, hast Du eigentlich noch Kontakt zu Nikki Sixx und den Jungs von Mötley Crüe?
Lita: Nein! Wir haben das Leben in L.A. hinter und gelassen und genießen unser neues Leben. Wenn man zurückblickt, wird mir klar, dass man häufig von Menschen umgeben war, die nur wegen meiner Berühmtheit damals da waren. Das brauche ich nicht mehr, ebenso wenig diesen Celebrity-Rummel.
Autona: Das neue Album unterscheidet sich deutlich von den Erwartungen, die man daran geknüft hätte. Wie haben die Fans reagiert?
Jim: Das Feedback war einfach stark und überwältigend. „Crave“ enterte die Top 10 der US-Metal-Charts. Wenn das nicht rockt! Lita nahm sich eine Pause von 15 Jahren, weil sie von der Musikbranche einfach die Nase voll hatte. Die Leute erinnern sich an „Kiss me deadly“ und „Back to the cave“, aber eigentlch hat sie bereits in den 70ern mit female Punk Rock Geschichte geschrieben, dann folgte Metal, dann Mainstream und nun wieder Metal! Wir haben viele Shows mit Queensyche gespielt und hatten eine großartige Zeit. Ich hoffe, dass wir auch in Europa touren werden.
Autona: Werden die Kinder dabei sein?
Lita: Natürlich! Die Kinder sind immer dabei. Family-Business. Das sind interessante Eindrücke für sie; unterschiedliche Orte, Kulturen, Sprachen ...
Jim: Niemand kennt Lita als Hausfrau und Mutter. Sie macht in Sachen Kindererziehung etc. einen super Job. Die Kinder ud wir sind unzertrennlich.
Autona: Ihr beiden habt das Album gemeinsam mit Greg Hampton produziert ...
Jim: Richtig. Diesmal war es eine schöne Erfahrung, alles selbst in der Hand zu haben. Wir sind das Label, haben das Studio und müssen nicht auf die Zeit achten. Normalerweise ist Zeit Geld und du musst aufnehmen, auch wenn du nicht in der richtigen Stimmung bist. Wir konnten uns bei diesem Album genügend Zeit nehmen, das war ein entspanntes Arbeiten.
Autona: Lita, wie hältst du dich körperlich fit?
Lita: Um ehrlich zu sein, mache ich nichts, außer im Ozean zu schwimmen (lacht).
Redakteur: Dennis Rowehl
© 2009




