
Black Stone Cherry
MotÖrhead, Mieses Wetter und Alkohol
Dry County Kentucky, USA Vor der Show von Black Stone Cherry mit Motörhead am 4. Dezember in Emden traf ich den Sänger und Gitarristen der Band, Chris Robertson, und wir redeten locker über Idole, gute Musik und die Pläne für die Zukunft. Ach ja, Alkohol und das miese Wetter in Deutschland kamen auch zur Sprache. (von Thorben Frohne)
Autona: Chris, von euch liest man, dass ihr gegen Alkohol und gegen jegliche Art von Drogen seid. Fühlt ihr euch der Straight-Edge-Bewegung zugehörig?
Chris: Dass wir gar keinen Alkohol trinken stimmt so nicht. Wir trinken schon Alkohol, aber nicht so viel. Und eigentlich auch nur, wenn wir auf Tour sind. Ich meine, wie viele großartige Bands kennt man, die am Alkohol zerbrochen sind? Eine Menge. Oder halt einzelne Musiker. Wir trinken halt gerne, aber in Maßen. Und das deutsche Bier schmeckt auch zu lecker. (lacht)
Autona: Findest du denn noch mehr gut an Deutschland oder nur das Bier? Ihr seid ja nicht zum ersten Mal hier.
Chris: Ja, das stimmt, wir sind jetzt – glaub ich – zum siebten Mal in Deutschland. Neben dem Bier (muss wieder lachen) sind auch die Shows cool, weil die Fans einfach immer abgehen. In Deutschland wollen sie einfach Party machen, was für uns als Band natürlich cool ist, denn so ist immer richtig Stimmung vor der Bühne. Aber was mag ich denn nicht an Deutschland? Hm, das Wetter ist scheiße!
Autona: Ich habe einige Statements von euch gelesen – die klingen nicht nach Mitte-Zwanzig-Jährigen. Das klingt eher nach einem 60-jährigen, der schon enorm an Lebenserfahrung gesammelt hat.
Chris: Wir hatten, wie man so schön sagt, eine wohlbehütete Kindheit. Bei uns zu Hause haben wir auch viele Ältere gehabt. Also, ich meine es waren immer Ältere um uns rum, mit denen wir geredet haben. So haben wir auch andere Sichtweisen auf viele Dinge und das Leben bekommen. Ich persönlich habe viel Kontakt zu meinen Großeltern gehabt.
Autona: Apropos Ältere. Ihr habt mal Jimmy Page kennen gelernt, der von eurer Musik begeistert ist. Wie fühlte sich das an?
Chris: Oh Mann, das war unglaublich! Er lief da, und dann haben wir uns einfach unterhalten. Wahnsinn! Ich meine, das war Jimmy fucking Page! (Chris’ Begeisterung ist kaum zu bremsen) Wir haben ungefähr 25 Minuten locker geplaudert. Der hat sich richtig Zeit genommen, was ich echt cool fand. Mann, war ich nervös! Es ist schon sehr geil, wenn Jimmy Page die Musik gut findet, die man selber macht.
Autona: Wenn du das so erzählst, hört man den Fan in dir heraus.
Chris: Auf jeden Fall. Wir spielen zwar mit vielen großen Bands, aber bei bestimmten Künstlern bist du ganz einfach Fan und nicht Kollege.
Autona: Und wie fühlt es sich heute Abend an? Mit Motörhead auf Tour? Ich meine, Lemmy könnte euer Großvater sein!
Chris: Oh ja, könnte er! (lacht) Aber wir spielen nicht das erste Mal mit ihnen und es macht echt Spaß. Sie sind seit was weiß ich wie vielen Jahren im Geschäft und liefern immer wieder coole Shows ab. Aber auch mit den anderen Bands wie Lynyrd Skynyrd oder Nickelback haben wir schon gespielt. Und es war sehr geil.
Autona: Magst du es, wenn ihr mit Lynyrd Skynyrd verglichen werdet?
Chris: Oh ja, für mich ist es eine große Ehre, wenn die Leute uns mit Lynyrd Skynyrd vergleichen, denn sie sind meine absolute Lieblingsband. Es macht mich stolz, wenn solche Vergleiche gezogen werden.
Autona: Eure jetzige Tour ist immer noch das Set “Folklore and Superstition“-Album. Wie sehen denn eure Pläne für die Zukunft aus? Wann geht’s wieder ins Studio?
Chris: Nach dieser Tour werden wir erstmal nach Hause fahren. Wir sind also Weihnachten bei unseren Familien. Danach werden wir langsam die neuen Songs in Angriff nehmen und dran arbeiten. Aber wann die neue Platte heraus kommen wird kann ich heute nicht sagen. Wir stehen ja noch am Anfang der neuen Sachen. Paar Songs stehen schon, aber es gibt noch viel Arbeit.
Autona: Dann hoffen wir mal, dass wir nicht zu lange auf die neuen Sachen warten müssen. Viel Spaß bei eurer Show und vielen Dank fürs Interview.
Chris: Ja, danke auch. Genieße die Show!
Redakteur: Thorben Frohne
Fotos: Thorben Frohne
© 2009




