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Happy Helloween

Happy Metal Birthday zum 25. !!!

In 25 Jahren kann so einiges passieren: 3 Sänger, diverse Labels, Verbot in Jordanien aufgrund des Verdachts auf Satanismus. Mann, Mann, Mann ... so als deutsche Metal-Legende macht man so einiges mit. Und anlässlich der Jubiläums-CD habe ich den guten Michael Weikath in seiner neuen Heimat Teneriffa angerufen, der in 25 Jahren nichts an Humor eingebüßt hat: (Interview von Dennis Rowehl)

Autona: 25 Jahre Helloween. Wie fühlt man sich da?

Weiki: Sowieso gut. Ich hab 'ne nette Bude, uns gibt es 25 Jahre, es sind immer noch Fans da. Na gut, wenn man bedenkt, wie viel Kohle damals Noise mit uns gemacht hat, hätten wir da sicherlich mehr von abkriegen müssen. Dann ginge es noch besser (lachend).

Autona: Du lebst auf Teneriffa. Dann bist du mittlerweile passionierter Surfer?

Weiki: Sport ist Mord! Die Leute behaupten sogar, ich würde mich auf der Bühne zu wenig bewegen, was ich nicht nachvollziehen kann. Ich bin da von KK Downing inspiriert und man muss bei mir genau hinsehen, um in meinen Bewegungen die Genialität zu erkennen.

Autona: Wenn Du zurückblickst, hast Du ein persönliches Lieblingsalbum?

Weiki: Hab ich nicht, ich finde alle geil. Jedes Album ist einer bestimmten Zeit entsprungen und wenn es die Songs auf ein Album geschafft haben, müssen sie auch gut sein und haben ihren Platz auf dem Album auch verdient.

Autona: Als „Walls of Jericho“ rauskam, haben wir damals als Hymne bei „Ride the sky“ immer „Waldmannsheil“ gesungen ...

Weiki: Echt?! Wir übrigens auch bei den Backings, wenn wir das Ding live gespielt haben.

Autona: Wo sind eigentlich Eure stärksten Märkte? Südamerika und Japan?

Weiki: Kann man so sagen, obwohl auch Spanien ein wachsender Markt ist wie eigentlich Südeuropa generell. In Griechenland haben wir große Hallen gefüllt. Einen großen Beitrag zum aktuellen Erfolg hat das neue Management Bottom Row, die Tag und Nacht Gas geben. Früher waren wir eine von vielen Bands, die bei einem größeren Management unter Vertrag war. Alles, was heute läuft, ist supervised und es läuft sehr professionell, was die Jungs (unter ihnen auch Costa von Pink Cream 69) da machen.

Autona: Ist ja irgendwie kurios, dass PC69 euch gewissermaßen managen, nachdem deren Sänger Andi Deris damals zu euch gewechselt hat.

Weiki: Ach, Costa hat mir das eine lange Zeit übel genommen, mittlerweile ist das kein Thema mehr. Andi hätte die Band damals sowieso verlassen, weil er dort unglücklich war... und wir haben als erste zugeschlagen. Das war's.

Autona: Auf dem aktuellen Album habt Ihr auch Passagen mit dem Prager Kinderchor aufgenommen?!

Weiki: Karlsruhe, nicht Prag!

Autona: Wie auch immer... wie seid Ihr auf diese Idee gekommen. Ich muss zugeben, das „I want out“-Thema, gesungen von Kindern, das ist nicht unbedingt meine Baustelle!

Weiki: Meine auch nicht, das war auch nicht meine Idee. Ehrlich gesagt find ich das auch sehr merkwürdig, aber es war ein Teambeschluss. Als ich die Kinder aber auf einem Video beim Einsingen gesehen habe, muss ich sagen, dass sie da einen guten Job gemacht haben. Wir haben aber auch noch den London Choir, der als Gregorian Choir im Fernsehen bekannt geworden ist. Ich muss zugeben, dass ich ihn nicht kannte, denn ich sehe nicht fern. Da werde ich nach kurzer Zeit aggressiv (lacht).

Autona: Mir kommt das neue Album zu fröhlich vor. So Happy Metal ... gibt es so als Beginn der neuen Epoche was richtig Böses?

Weiki: Was Böses!

Autona: So von den Riffs...

Weiki: Da stellt sich die Frage, wie man so viele böse Kreaturen vor ein Mikrofon bekommt. Eigentlich wollte ich schon immer was Böses machen. Das nächste Album wird auch wieder ein richtiges Helloween-Album. Bei „Gambling with the devil“ gibt es auch Manson-Riffs und böse Sachen, tiefer gestimmte Gitarren und alles. Man wird sehen, was kommt. Ich arbeite gerade an einem bösen Song, der aber noch nicht ausgereift ist. Songwriting für ein neues Album läuft bereits und ich muss da langsam mal richtig reinhauen.

Autona: Da die Mitglieder in ganz Europa verteilt sind, dürfte Proben nicht ganz einfach sein.

Weiki: Wir treffen uns noch in Berlin, um in abgespeckter Variation einige Showroom-Auftitte zu machen. Aber nicht unplugged. Ich hasse unplugged und bin akkustisch echt scheiße (lacht). Ich brauche zumindest einen kleinen Verstärker.

Autona: Wenn Du zurückblickst, hast Du da Gefühl, alles richtig gemacht zu haben oder hättest Du im Nachhinein lieber eine Ausbildung als Verwaltungfachangestellter gemacht?

Weiki: Letzters auf gar keinen Fall! Rückblickend gibt es sicher Situationen, in denen ich mein Ego etwas stärker hätte zurücknehmen sollen. Im Grunde bin ich mit der Musik ganz zufrieden. Ich hätte eigentlich Strumpfhosenfotograf werden wollen oder generell Fotograf, aber da wäre wohl auf Dauer zu langweilig geworden. Dann wollte ich ein verrückter Bassist werden... so wie Lemmy oder Joey DeMaio. Irgendwann habe ich Gitarre gespielt und wurde besser, bis irgendjemand meinte, ich könnte Sachen spielen, die andere nicht spielen könnten und eh ich mich versah, war ich Gitarrst in einer Metal-Band. Vielleicht wäre ich sonst bei der Popmusik gelandet.

Autona: Dann wärst Du vermutlich mit Dieter Bohlen in der Jury irgendeiner Casting-Show ...

Weiki: Ich mag Bohlen. Mit 6 Jahren hab ich auch schon solche Songs geschrieben. Ich seh mich da schon in der Jury: „Bohlen, red nicht so'n Stuss ... ach Weikath, du hast doch keine Ahnung!!“ Mit langen Haaren hat man aber in der Popmusik keine Zukunft!

Autona: Aber in der Volksmusik, da laufen immer mehr Mattenträger rum wie die Schürzenjäger.

Weiki: Das ist wahr, da gibt es auch echt ne Menge hübscher Mädels. Weiß gar nicht, warum. Vermutlich ziehen sie sich in der Pause jede Menge lustiges Zeug rein. Andernfalls könnte man nicht die ganze Zeit so grinsen. Da fällt mir spontan noch Mariah Carey ein. Die hat auch immer so ein unerträgliches Grinsen.

Autona: Und sie gibt nur Interviews, wenn ein Ventilator neben ihr seht, damit ihre Haare immer prachtvoll im Wind wehen. Wär das nicht auch was für Dich?

Weiki: Unbedingt. Oder ein Effekt auf der Stimme. So ein Echo, dass man die letzten Worte immer dreimal hört, hört, hört. Sowieso, wenn man von Spanien nach Deutschland telefoniert, hat man hin und weder ein Echo in der Leitung, dann hört man alles dreimal, dreimal, dreimal.

Autona: Aber Volksmusik ist ein beständiger Markt. Vielleicht gibt es ja noch ein Helloween-Auftritt beim Musikantenstadl.

Weiki: Vorhin war noch die Rede von Happy Metal oder Kindermusik, aber Karnevalsmusik machen wir noch nicht, nicht, nicht. Wow, ... diese Allüre kommt gut, oder, oder, oder?! Wenn wir vom neuen Album 1 Millionen verkauft haben, könnte mir die Sache mit dem Echo und dem Ventilator gefallen.

Autona: Ich bring dann den Ventilator mit.

Weiki: Wenn wir aber 1 Million Alben verkauft haben, kenn ich Dich nicht mehr, mehr, mehr.

Autona: Die Sache mit der Volksmusik klingt aber interessant. Lange Haare, hübsche Frauen... wer weiß, was Helloween 2010 so mit sich bringt...

Weiki: Das ist richtig, aber eine Nummer mit den Höhnern machen wir nicht. (lacht)

 

Redakteur: Dennis Rowehl

© 2010

 

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