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PETA: RECHTE UND SCHUTZ FÜR TIERE!

 

 

Peta

Rechte fÜr Tiere / Schutz fÜr Tiere


Autona: PETA ist stark in der Öffentlichkeit vertreten. Zu den aktuellen Kampagnen gehören Projekte gegen Kentucky Fried Chicken, an der auch Pamela Anderson beteiligt ist, Freiheit für Hummer und desweiteren die Kampagne gegen das Abschlachten von Robben in Kanada anlässlich der Olympiade 2010. Könnt Ihr insgesamt Erfolge verbuchen, dass man wirklich merkt, dass Ihr etwas bewirkt habt, z. B. dass aufgrund Eures öffentlichen Drucks neue Gesetze zum Schutze von Tieren verabschiedet worden sind?

Peta (Jobst Eggert): Ja, zum Glück können wir das. Erstens, und das ist vielleicht auch das Wichtigste, bin ich der Auffassung, dass durch unsere Aufklärungsarbeit schon vielen Menschen die Augen und Herzen dafür geöffnet worden sind, zu verstehen, dass Tiere fühlende Lebewesen sind, die nicht nur dazu da sind, dass Menschen sie essen, an ihnen experimentieren, sie anziehen oder sich an ihnen belustigen. Dass man heute nicht mehr für völlig verrückt erklärt wird, wenn man sich vegetarisch oder vegan ernährt, zeigt doch deutlich, dass sich in den letzten Jahren SEHR viel getan hat. Die Liste der Erfolge ist zum Glück lang: Viele Designer, die wir über Pelz informiert haben und die wir baten, sich unsere Videos anzusehen, versprachen daraufhin, nie wieder Pelz zu nutzen, die Kempinski-Hotels haben auf unseren Druck hin die grausame Stopfleber ausgelistet und das geplante Delfinarium auf Rügen wird vorerst nicht gebaut. Solche Beispiele gibt es unter www.peta.de/erfolge. Dazu kommen natürlich die vielen tausend Leute, die uns schreiben, dass sie aufgrund unserer Aktionen, Flyer, Motive oder Videos vegan ernähren oder zumindest ihren Fleisch-Konsum massiv reduzierten!

Autona: Die Öffentlichkeit verschließt gerne die Augen, wenn es um Abschlachtung von Tieren geht. Out of sight, out of mind! Beispielsweise das Töten von Robben in Kanada und das Abschlachten von Delphinen in Japan. Wird bei den großen Sendern wie Pro7 und RTL zu wenig Aufklärung gemacht? Schließlich erreichen diese insbesondere die jüngeren Leute, die durch ihr Verhalten sicherlich etwas bewirken könnten?

Peta: Natürlich wünschen wir uns mehr Berichterstattung über diese wichtigen Themen. Einige große und besonders grausame Ereignisse, wie zum Beispiel das von Dir angesprochene Robbenmassaker in Kanada oder das Abschlachten der Delfine in Taiji, Japan (dazu möchten ich jedem den Film „Die Bucht“ ans Herz legen), bekommen ja zum Glück recht viel Aufmerksamkeit. Aber das Leid und die Grausamkeiten, die tagtäglich in Versuchslaboren, Schlachthäusern oder Zirkussen geschieht, wird medial recht wenig aufgearbeitet. Je näher das Leid an den Menschen ist, desto mehr verschließen sie die Augen. Nicht nur Paul McCartney sagt immer „Wenn alle Schlachthäuser Wände aus Glas hätten, wären alle Vegetarier.“ Diese Mentalität gibt es leider auch bei den Medien. Wir versuchen unser Bestes die Belange der Tiere dennoch in die Medien zu bringen – auch wenn wir uns dafür ausziehen müssen oder Promis für die Tiere sprechen lassen.

Autona: 1995 hat die Öffentlichkeit in der Brent Spar-Affaire wirklich einen Multkonzern wie Shell in die Knie gezwungen, was beispielhaft in der Geschichte war. Sind die Leute heutzutage zu bequem für einen derartigen Boykott? Mir fällt in diesem Zusammenhang Chinas organisierte Tierquälerei gegen Hunde und Katzen als günstige Felllieferanten ein, und trotzdem werden die Sachen in Deutschland gekauft, weil sie günstig sind. Der Preis bestimmt offensichtlich das Gewissen.

Peta: Die Menschen denken immer, dass es besonders schwierig ist, sich „korrekt“ zu verhalten. Bei Boykott denken viele Menschen automatisch an Verzicht und Einschränkungen. Ein wichtiger Teil unserer Arbeit besteht in der Tat auch darin, zu zeigen, dass es (gerade heutzutage) supereinfach ist, Tierleid zu vermeiden. Natürlich wird es immer Menschen geben, die das Leid anderer Lebewesen völlig kalt lässt, aber ich vertraue darauf, dass es genug Menschen gibt, die ein Leben ohne Verantwortung für Tiermord und –qual favorisieren würden. Diesen Menschen wollen wir zeigen, dass das nicht nur möglich ist, sondern man dabei auch ein sehr gutes Leben leben kann.

Autona: Muss man insbesondere dort Kampagnen ansetzen, wo der Verbraucher etwas bewegen kann, wie es bei Kentucky Fried Chicken der Fall ist?

Peta: Unsere Kampagnen laufen auf verschiedenen Ebenen. Wir sind ja eine professionell arbeitende Organisation, die zielorientiert arbeitet. Unsere Ziele sind zwar eine vegane Welt oder darauf hin zu arbeiten, dass McDonalds Restaurants keine Leichenteile mehr verkauft, aber wir sind realistisch genug um zu wissen, dass wir das nicht von heute auf morgen schaffen. D.h. unsere Ziele können z.T. recht konkret sein, wie es z.B. im Falle KFC in den USA ist. Sehr konkrete Beispiele in Deutschland sind beispielweise die Forderung nach einem Wildtierverbot in Zirkussen oder die Schließung der letzten drei Delfinarien. Daneben wollen wir natürlich weiter aufklären und so viele Menschen wie möglich davon überzeugen können, dass es für sie selbst, die Tiere und den Planeten besser ist, wenn sie sich vegan ernähren.

Autona: Es gibt in der Musik- und Promiszene viele Sympathisanten wie Rise Against, Pink, Bryan Adams, The Agonist, Pamela Anderson, Dirk Back, Lina Vandemars etc., wie wichtig sind sie, um die Ideen PETAS in den Medien zu vertreten und zu verbreiten?

Peta: Unsere Promis sind sehr wichtig. Sie helfen uns die Belange der Tiere einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren. Ganz ehrlich: Ohne die Unterstützung von Promis, würden Themen wie beispielsweise unsere Anti-Pelz-Kampagne nicht so präsent sein, wie sie es sind. Ach ja, und da das immer wieder als Gerücht auftaucht: Wir zahlen den Promis kein Geld, damit sie sich für uns ausziehen oder anderweitig zur Verfügung stellen!

Autona: Es gibt sicherlich auch Promis, die beispielsweise auf den „Veganer-Zug“ aufspringen, weil es hip sein könnte. Überprüft Ihr die Authentizität der jeweiligen Promis, die Euch unterstützen?

Peta: Gute Frage. Unser Fokus liegt aber in erster Linie darauf, Tierrechts-Themen der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Natürlich machen wir das lieber mit Menschen, die komplett hinter unseren Zielen stehen, aber wenn sich z.B. jemand mit uns gegen Pelz engagiert, heißt das ja nicht, dass diese Person auch andere Ziele von uns unterstützt. Und ja, es gab leider schon Fälle, wo sich Menschen im Nachhinein anders verhalten haben, als wir gedacht haben. Vor sowas sind wir leider nicht gefeit. Aber natürlich überlegen wir uns schon gut mit wem wir zusammenarbeiten.

Autona: China hat trotz des öffentlichen Drucks wegen der Verletzung von Menschenrechen erfolgreich die olympischen Sommerspiele ausgetragen. Was muss man tun, um bei den kanadischen Winterspielen erfolgreicher sein zu können?

Peta: Die Sache so breit wie möglich in die Öffentlichkeit bringen. Jede Protestaktion und jede Online-Petition an die politisch Verantwortlichen hilft! Unter www.peta.de zeigen wir den Leuten viele Möglichkeiten für die Tiere aktiv zu werden.

Autona: Ich hoffe, immer mehr Menschen stellen sich Euren Videobeirägen und denken über ihren persönlichen Konsum an Fleisch nach. Viel Erfolg für die Zukunft!

Peta: Danke. Noch eine Message an alle: Checkt unsere Homepages www.peta.de, www.peta2.de und www.petatv.de. Außerdem sind wir natürlich bei Facebook, Myspace und den VZs! Vernetzt Euch mit uns!

 

 

Redakteur: Dennis Rowehl

© 2009

 

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