Tim Flach
Photographer
Human Animals oder die Kunst der ästhetischen Tierphotographie. Bilder sagen mehr als Worte. Aus Fledermäusen werden Opernstars, Pferde erscheinen in nie dagewesenen Posen und Affen offenbaren eine Mimik, die menschlicher nicht sein könnte. Der Londoner Photograph ist ein Meister der Tierbilder, in denen er die Realität mit Kunst verbindet, eine Gefühl der Vertrautheit zwischen den Tieren und sich erschafft und dabei die Wirklichkeit surrealer und doch wirklicher in Erscheinung treten lässt. (Interview von Dennis Rowehl):
Autona: Sie haben sich im Laufe Ihrer Karriere auf Tierphotographien spezialisiert, besonders beeindruckend finde die Bilder, auf denen Fledermäuse wie Opernstars aussehen. Worin liegt der besondere Reiz in der Arbeit mit Tieren?
Tim Flach: Ich liebe einfach Tiere und bin von ihnen fasziniert. Das Schöne an Tierbildern ist, dass man ihre Mimik und Gestiken unterschiedlich interpretieren kann. Ihr Verhalten ist nicht vorhersehbar, worin natürlich im Gegensatz zum Arbeiten mit Menschen ein ganz besonerer Reiz besteht und gelegentlich erlebt man bei der Arbeit auch große Überraschungen...
Autona: ... dann müssen Sie bei der Arbeit ein sehr geduldiger Mensch sein?
Tim Flach: Bevor ich ein bestimmtes Shooting durchführe, erkundige ich mich natürlich über das entsprechende Tier und spreche mit Experten. Es muss ein Rahmen geschaffen werden, in dem sich das Tier wohlfühlt und die Rahmenbedingugen perfekt sind. Etwas über sie zu erfahren, hilft natürlich, wenn es darum geht, ihr Verhalten für Fotos zu antizipieren. Das ist immer wieder aufs Neue sehr aufregend.
Autona: In welchem Alter wussten Sie bereits, dass Sie eines Tages Photograph werden würden?
Tim Flach: Ich war im Grunde immer ein visueller Mensch und konnte mich mit Bildern besser ausdrücken als mit Worten, sodass ich schließich Kunst und Photographie (Central Saint Martins College of Art and Design) studiert habe. (...)
Die Photograhie ist ein faszinierendes Medium, um Bilder zu schaffen, die unterschiedliche Arten von Interpretationen zulassen, und sie zeigt die Welt in unterschiedlichen Facetten.
Autona: Wann hatten Sie den ersten magischen Augenblick, bei dem Sie von einem Ihrer Bilder wirklich überwältigt waren?
Tim Flach: Als Photograph erlebt man eigentlich häufiger Augenblicke, in denen man von bestimmten Bildern begeistert ist und so einen Wow-Effekt erlebt. Zu Zeiten vor der digitalen Kamera mussten man Bilder noch in der Dunkelkammer entwickeln und man wusste nie genau, wie das Foto nun geworden sein könnte. Wenn man nach der Entwicklung dann das endgültige Ergebnis gesehen hat, gab es häufiger diese Glücksgefühle. Ich erinnere mich da an meine Studentenzeit, da hatte ich viele dieser Momente.
Autona: Gibt es so etwas wie die ultimative Herausforderung?
Tim Flach: Wissen Sie, es gibt so viele Motive und unzählige Möglichkeiten, ein bestimmtes Motiv auf unterschiedliche Art und Weise zu fotografieren, dass es DIE ultimative Herausforderung wohl nicht gibt. Die Möglichkeiten für die Zukunft sind grenzenlos und jedes Shooting bringt neue Herausforderungen mit sich. Ich möchte Bilder schaffen und bin in dem, was ich tue, gewissermaßen ein Idealist. Die Herausforderung besteht darin, immer neue Bilder zu machen und wenn ich fotografiere, dann bin ich glücklich und zufrieden. Autona: Hat sich seit der digitalen Photographie die Arbeit verändert?
Tim Flach: Natürlich gibt unterschiedliche Sichtweisen, ob die klassische oder die digitale Photographie besser sei. (...) Fest steht, dass sich die Möglichkeiten bei der Post-Produktion durch Photoshop etc. stark verändert haben und allein dadurch, dass man bei digitalen Kameras unbegrenzten Speicherplatz hat, werden auch viel mehr Fotos gemacht. Filme und deren Entwicklung waren teurer und so musste man sich vor dem Shooting wesentlich mehr Gedanken machen ... über die Art der Belichtung, des Films, des Motives, in welcher Pose man fotografieren möchte (...)
Autona: Woran arbeiten Sie zurzeit?
Tim Flach: Im Augenblick arbeite ich mit Hunden. Es macht viel Spaß, denn ich mag Hunde. Im Gegensatz zu anderen Tierarten sind sie als domestizierte Tiere auch tatsächlich stärker vorhersehbar, was ihr Verhalten und ihre Mimik betrifft.
Autona: Haben Sie selbst Hunde?
Tim Flach: Leider nein. Ich hätte gerne welche, aber da gibt es ein zentrales Problem. Man muss mit ihnen Gassi gehen und da ich geschäftlich sehr viel unterwegs bin, fehlt mir einfach die Zeit.
Autona: Wie wär es mit einem Handtaschenhund wie bei Paris Hilton?
Tim Flach: (lacht) Auch ein kleiner Hund wie ein Chiwawa braucht viel Aufmerksamkeit und hat es verdient, dass man sich um ihn kümmert. Im Moment ist es mir unglücklicherweise nicht möglich, ein Haustier wie einen Hund und meinen Job unter einen Hut zu bringen.
Autona: Dann wünsche ich Ihnen noch viel Erfolg mit den Hunden ..
Tim Flach: Vielen Dank.
Redakteur: Dennis Rowehl
© 2010






