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Benedictum / Seasons of tragedy (Locomotive)Mit "Uncreation" hatten Benedictum nicht zuletzt wegen des fulminanten Gesangs von Veronica Freeman ein sensationelles Debüt abgelegt, mit dem sie sich auch in die Herzen unserer Redaktion gespielt haben. Anschließend folgte eine erfolgreiche Tour als Doro-Support und die Bürde einer hohen Erwartungshaltung beim jetzigen Nachfolger. Welche Richtung werden sie wohl einschlagen? Nun, nach einem Intro beginnen Benedictum ihren Neuling mit einem echten Kracher, "Shell Shock", und erneut könnte man sich fragen, woher eine einzelne Frau diese Stimmgewalt holt. Die Plattenfirma hatte geschrieben, dass sich die Kalifornier weiterentwickelt hätten. Das steht angesichts der häufigen Bühnenpräsens des letzten Jahres natürlich außer Frage, doch was hat sich eigentlich verändert, eine Frage, die ich auch nach mehrmaligem Hören nicht wirklich in Worte fassen konnte. Vielleicht ist die CD insgesamt ein wenig metallischer geworden, auf jeden Fall merkt man, dass Benedictum offensichtlich bemüht waren, eine möglichst breite Zielgruppe von Metalheads anzusprechen, denn "Beast in the field" sowie das Titelstück "Seasons of tragedy" gehen stark in die Richtung PRIEST und PRIMAL FEAR, was sicherlich viele deutsche Fans ansprechen wird. Andererseits setzt die Band gleichsam z. B. bei "Nobody's victim" auf moderne Elemente, wie sie zumeist bei den neueren schwedischen Metalbands zu finden sind, und lassen schließlich auch noch mit der Ballade "Steel Rain" Vero's emotionale und weibliche Seite stark zum Ausdruck kommen. Um vermutlich für anstehende Live-Gigs noch eine Hymne einzubauen, gibt es mit "Balls to the wall" von Accept noch als Zugabe eine Coverversion, eine Entscheidung, die ich persönlich allerdings nicht unbedingt nachvollziehen konnte, zumal Veronica beim Cover von "Mob Rules" auf dem Debü¸talbums eindrucksvoll unter Beweis stellen konnte, sich problemlos mit Stimmgewalten wie Ronnie James Dio messen zu können. Angesichts des stimmlichen Vergleichs mit Paul Shortino wäre vielleicht sogar ein Rough Cutt Klassiker vorteilhafter gewesen statt unbedingt einen Song von Udo Dirkschneider nachzuspielen. (Außerdem - so meine persönliche Meinung - gehört in den Refrain keine Double-Bass. Wäre dem nicht so, hätte Stefan Kaufmann sicherlich schon vor zwanzig Jahren diese Idee gehabt.) Aber halten wir uns nicht mit Belanglosigkeiten auf. Benedictum ist es hier jedoch gelungen, einen würdigen Nachfolger aufzunehmen. "Seasons of tragedy" wird mit Sicherheit großen Anklang bei einer noch größeren Metallistengemeinde finden. Produziert wurde die CD übrigens erneut von Jeff Pilson (Dokken, DIO, Foreigner), der diesmal noch eine Schippe draufgelegt hat. Auch wenn es von meiner Seite diesmal nicht die volle Punktzahl gibt, wird Benedictum noch einer der ganz großen Metal-Acts der Zukunft. (4/5) Dennis
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