
Murder therapy
Symmetry of delirium
(Deity Down Records)
Zuerst eine Warnung: Wer dieses Album, diese Band, hört, darf sich hinterher nicht beschweren und sagen, ich hätte nicht gewarnt! Denn hier gibt es dermaßen einen auf die Fresse, dass es schon fast an Körperverletzung grenzt. Die Italiener spielen derbstes Brutalmetal. Sie nennen es Psychotic Death Metal, was vielleicht sogar noch besser passt. Und wenn sie die Blast-Attacken fahren, ist man schon ziemlich an Rotten Sound erinnert, obwohl bis dahin noch einiges fehlt. Und auch Meshuggha wird gepriesen. „Equilibrium“ orientiert sich doch stark an den Schweden. Hier und da spielen sie sogar Mathcore, was dem Hörer in Kombination mit dem Härtegrad der Scheibe viel abverlangt. Aber wollen wir uns beschweren? Nein, denn Murder Therapy sind ja eine Nachwuchsband, und die haben eben noch das Recht, dass deren Vorbilder heraus zu hören sind. Außerdem machen sie ihre Sache echt gut, viel zu meckern gibt es nicht. Ein sehr geiles Debüt-Album der Jungs aus Bologna. Punktabzüge gibt es aber dennoch. Die Laufzeit (32:23 Minuten) ist ne Frechheit, zumal da auch noch diverse Minuten beim letzten Song („Delirium“) dazu gemogelt wurden. Effektiv ist dieser Song ab 5:20 Minuten zu Ende, zieht sich aber mit Rückkopplungen und was weiß ich nicht noch für Geräusche auf zehn Minuten. Schlecht, macht man nicht! Ein weiterer Minuspunkt dafür, dass bei einigen Songs der Eindruck entsteht, dass sie selber nicht wussten, wie und wo sie ihn enden lassen sollten. Aber: Debüt und dafür Hut ab! Non male fatto.
4/5
Redakteur: Thorben Frohne
